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Achtsamkeit – Darum ist das Thema auch für Unternehmen wichtig!

Achtsamkeit – Darum ist das Thema auch für Unternehmen wichtig!

Ein bekanntes Szenario. Die Lösung: Achtsamkeit

Es ist 8:30 Uhr, Sie sind gerade an Ihrem Arbeitsplatz angekommen. 10 ungelesene E-Mails, 3 davon mit dem Hinweis „dringend“. Um 9:00 Uhr steht das erste Meeting des Tages an. Es soll die neue Stoßrichtung der Unternehmung beschlossen werden. Sie sind federführend und die Präsentation ist noch nicht final. Um 12:00 Uhr geht es zum Lunch mit den Kollegen: es erwartet Sie oberflächlicher Smalltalk und verkrampfte Gespräche mit Vorgesetzten. Anschließend geht es weiter mit einem bunten Mix aus Terminen, Analysen, Gesprächen und Entscheidungen: STRESS und ÜBERFORDERUNG!

Ihnen kommen solche Szenarien bekannt vor? Der Stress, der schon beim Lesen dieser Zeilen in Ihnen aufkommt, begleitet Sie tagtäglich im Büro und folgt Ihnen sogar bis nach Hause – ins Privatleben? Dann sollten Sie sich mit dem Thema Achtsamkeit vertraut machen. Ein Glück, dass Sie auf diesen Beitrag gestoßen sind: Wir zeigen Ihnen, was es mit Achtsamkeit auf sich hat und was die Anwendung jedem Einzelnen und Unternehmen bringen kann.

 

Die Arbeitswelt verändert sich

Die veränderten Rahmenbedingungen der Businesswelt äußern sich unter anderem in hohen Veränderungsgeschwindigkeiten (z.B. werden Zyklen immer kürzer), dem Wegfall vieler Arbeitsplätze, der zunehmenden Digitalisierung und Globalisierung sowie technologischen Erneuerungen. Infolgedessen kommt es nicht selten zu gesundheitlichen Risiken. Die Themen Stress, Fehlzeiten, steigende Burnout-Fälle, Fluktuation und mangelnde Mitarbeitermotivation sind unmittelbar mit von der Partie. Hiervon sind bereits viele Angestellte betroffen – Tendenz steigend.

Die Auswirkungen dieser Veränderungen sind allgegenwärtig: Ein hoher Druck bei der Arbeit durch z.B. Hetze von Termin zu Termin, (digitale) Informationsflut, zunehmende Konflikte am Arbeitsplatz und eine fehlende Work-Life-Balance.

Diese Herausforderungen und Umbrüche werden künftig weiter zunehmen. Es müssen also wirksame Gegenmaßnahmen realisiert werden, um wieder einen (inneren) Ausgleich herstellen zu können. Achtsamkeit ist eine davon.

 

Was ist Achtsamkeit

Achtsamkeit erlaubt uns, dieses eigene Erleben ohne Scheu zu betrachten und mit dem zu sein, was gerade da ist, unabhängig davon, wie schwierig es ist“ (MBSR-Verband).

Achtsamkeit ist ein (Bewusstseins-)Zustand, der es erlaubt, jede äußere und innere Erfahrung im gegenwärtigen Moment vorurteilsfrei wahrzunehmen und zuzulassen. Das betrifft also auch sämtliche Gedanken und Gefühle. Es bedeutet, sich auf den gegenwärtigen Moment einzulassen und die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind, ohne dass sie Entscheidungen negativ beeinflussen. Wer achtsam ist, nimmt wahr, greift nicht ein und will auch nichts erreichen.

Bei Achtsamkeit geht es darum, den Geist und das Bewusstsein zu schulen. Man übt sich darin, aufmerksam mit den eigenen Gedanken, Gefühle und dem eigenen Körper umzugehen. So kann sich ein tiefes Verständnis für das eigene Sein und den Umgang mit der Welt entwickeln. Dies ist die Voraussetzung, um die eigenen privaten und beruflichen Herausforderungen im Alltag besser zu bewältigen. So zeigt die Achtsamkeitspraxis Wege aus der täglichen Zerstreutheit und dem täglichen Stress.

Dieser Zustand ist in jedem Menschen vorhanden, nur eben in unterschiedlich starker Ausprägung. Genau wie man seine körperliche Fitness im Fitness-Studio trainiert, ist es möglich, den Geist und die emotionale Intelligenz durch Achtsamkeit zu trainieren. So esoterisch und spirituell das Thema im ersten Moment für Sie auch klingen mag, muss es nicht sein – dazu im Verlauf dieses Beitrages mehr. Achtsamkeit hat seinen Ursprung zwar in den buddhistischen Lehren, wurde aber durch viele wissenschaftliche Erkenntnisse angereichert und ist frei von sämtlichen religiösen Weltanschauungen. Es handelt sich lediglich um Geistestraining.

In der Realität können Gedanken und Gefühle aber beunruhigend und manchmal sogar beängstigend sein. Man beginnt über sie nachzudenken, sie zu bewerten und ehe man sich versieht, hält man seinen Gedanken für real und ist mit ihnen identifiziert. Man verliert das innere Gleichgewicht und fühlt sich unwohl, möglicherweise sogar gestresst.

Kein Wunder, denn unser Gehirn ist darauf getrimmt, alle Gedanken, Situationen und Begegnungen zu bewerten. Wieso? Weil das dabei hilft, schnelle Entscheidungen zu treffen. Unglücklicherweise auf Kosten der Wahrnehmungsfähigkeit (Tunnelblick). Um dies zu vermeiden und wirklich achtsam zu sein, sollte man an speziellen Trainings teilnehmen. Wer darüber hinaus die dort erlernten Techniken regelmäßig im Privaten anwendet, erreicht den Zustand von Achtsamkeit einfacher.

 

Achtsamkeitstrainings in Unternehmen

Zwei bekannte Achtsamkeitsprogramme

Derzeit gibt es zahlreiche Anbieter für solche Achtsamkeitstrainings, die in Form von Seminaren, Workshops und Coachings abgehalten werden – für Private aber auch für Unternehmen. Alle haben eins gemeinsam: Die Inhalte basieren auf Wissenschaft und buddhistischen Lehren, die völlig frei von religiösen Weltanschauungen sind.

Das bekannteste Achtsamkeitsprogramm stammt vom Google: Search Inside Yourself (SIY). Dieses wurde bereits 2007 vom Google Ingenieur Chade-Meng Tan initiiert. Tan hat eine Vision, die er mit Hilfe Googles Macht realisieren möchte: Achtsamkeit fördern und die Voraussetzungen für den Weltfrieden schaffen. Der Schlüssel hierzu ist im Wesentlichen die Meditation. Diese und weitere Praktiken hat er gemeinsam mit Wissenschaftlern, wie Jon Kabat-Zinn und Daniel Golemann, in einem Lehrplan (Search Inside Yourself) zusammengetragen. Die Wirksamkeit wurde vielfach wissenschaftlich bewiesen. Durch die Veröffentlichung des Buches mit gleichem Namen, hat er der breiten Masse diesen Lehrplan zugänglich gemacht.

Es war das erste Achtsamkeitsprogramm, welches sich speziell an Firmen und die Businesswelt insgesamt richtete und daher auch nicht auf Esoterik und Spiritualität abzielte. Viel mehr möchte man faktenbasiert Zuhörer und Leser erreichen und Vorurteile abbauen – mit Worten, die Jedermann versteht. Speziell richtet es sich an alle, die im Unternehmen Einfluss auf andere ausüben. Das Besondere bei SIY ist die Kombination aus Achtsamkeit und Stärkung der emotionalen Intelligenz. Dies soll insbesondere dabei helfen, den Umgang mit sich selbst und mit anderen bewusster und besser zu managen. Nicht umsonst zählt Google zu den Unternehmen mit der weltweit höchsten Mitarbeiterzufriedenheit.

Mittlerweile gibt es auch andere Unternehmen die dieses Programm intern anbieten. Bei SAP und Google werden sogar eigene SIY Trainer ausgebildet, die Workshops und Seminare zu diesem Thema in anderen Unternehmen abhalten.

Ein weiteres Achtsamkeitsprogramm ist MBSR (engl.: Mindfulness based stress reduction). Dies ist das wohl prominenteste Beispiel eines Achtsamkeitsprogramms zur Stressreduktion. Es wurde in den 1970er Jahren von Dr. Jon Kabat-Zinn an der Universitätsklinik in Worcester, Ma (USA) entwickelt und geht in der Regel acht Wochen: Man trifft sich einmal pro Woche in der Gruppe und bekommt zudem Übungsaufgaben für zu Hause. Somit eignet sich MBSR für Personen, die zeitlich eher unflexibel sind bzw. nicht ohne weiteres ein/zwei Tage freinehmen können. Das Programm besteht aus meditativen Übungen in Ruhe und Bewegung. Zusätzlich wurde es um wissenschaftlich fundierte Ansätze aus Psychologie und Stressforschung ergänzt. Die Wirksamkeit von MBSR wurde in zahlreichen internationalen Studien untersucht und belegt. Daher wird es weltweit im Gesundheitsbereich, pädagogischen und sozialen Einrichtungen sowie in Unternehmen umgesetzt.

Übungen

Innerhalb solcher Trainings werden verschiedene Techniken gelehrt. Die gängigste ist die Meditation. Auch hierbei unterscheidet man zwischen verschiedenen Arten, z.B. Atem-Meditation, gehende Meditation und Selbst-Mitgefühls-Meditation.

Auch der sogenannte Bodyscan gehört zum Repertoire der Trainer und Coachs. Hierbei richtet man seine Aufmerksamkeit auf den inneren Zustand des Körpers und tastet diesen Stück für Stück im Geiste ab.

In Unternehmen, die sich mit Achtsamkeit beschäftigen, werden nicht selten sogenannte achtsame Meetings abgehalten. Diese Treffen zeichnen sich durch eine Minute der Stille aus, mit der sie eingeleitet werden. Gedanklich sind viele der Teilnehmer noch beim vorherigen Meetig oder gar schon beim nächsten – oder eben ganz wo anders. Dem soll entgegen gewirkt werden. Jeder Mitarbeiter praktiziert in dieser Minute Achtsamkeit und erlangt eine körperliche und geistige Anwesenheit. Stehen schwierige oder emotionale Entscheidungen an, bei denen die Nerven mit einem durchgehen können, werden kurze achtsame Pausen eingelegt, bevor die Entscheidung getroffen wird. Auch werden alle Geräte, die Multitasking fördern, also Smartphones, Laptops, Tablets und co., ausgeschaltet oder zumindest beiseite gelegt. Dem achtsamen, vorurteilsfreien Zuhören kommt ebenfalls eine bedeutende Rolle in diesen Treffen zu. Insgesamt steigert sich der Output solcher Meetings enorm und die Dauer verkürzt sich, da man effizienter die relevanten Themen bespricht.

Auch gibt es Mindfulness Motion Angebote in Unternehmen, eine Art achtsames Yoga. Beim stillen Lunch findet ein achtsames gemeinsames Mittagessen statt. Dort wird geschwiegen und bewusst gegessen.

Alle Übungen können ohne weiteres direkt am Arbeitsplatz in wenigen Minuten, effektiv und mit dem Geschäftsalltag vereinbar, praktiziert werden – ohne Kissen, Yogamatte, Sportkleidung etc.

Diese und viele weitere Trainingselemente zielen darauf ab, bewusster im gegenwärtigen Moment zu sein, Gedanken und Gefühle nicht zu bewerten und letztlich zufriedener und achtsamer mit sich und anderen umzugehen. Damit solche Trainings auch nachhaltig effektiv sind, müssen die Teilnehmer ihr Wissen auch im Privaten vertiefen und die Techniken üben. Das Training muss Teil ihres Lebens werden.

Vorteile

Die Teilnahme an Achtsamkeitstrainings:

  • hilft nachweislich, Burnout und psychischen Erkrankungen vorzubeugen. Wer zunehmend auf sich, seine Gefühle und die Umgebung achtet, kann bei Unstimmigkeiten schneller reagieren.
  • führt zu geistiger und körperlicher Entspannung und erhöht die Zufriedenheit mit sich selbst und der eigenen Arbeit.
  • verbessert die Wahrnehmung sich selbst und anderen Gegenüber (Empathie).
  • stärkt die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeitsspanne.
  • befähigt Mitarbeiter und Führungskräfte durch Erlerntes mit den täglichen Herausforderungen besser umzugehen, indem Gefühle und Gedanken besser wahrgenommen werden und so aktiv gemanagt werden können. Dazu zählt der Umgang mit Stress, (Versagens-)Ängste, innere Blockaden und vieles mehr.
  • steigert das Selbstwertgefühl, die innere Balance und die emotionale Stabilität der Teilnehmer.
  • gibt insbesondere Führungskräften Werkzeuge an die Hand, um Ärger zu bekämpfen. So verbessert sich das Kommunikations- und Zuhörverhalten sowie die Selbstwahrnehmung. Auch hilft es ihnen dabei, die eigene Authentizität zu stärken. Führungskräfte lernen, wie sie mit Sandwichpositionen umgehen und die Abteilung/das Team selbstsicher führen.
  • ermöglicht es durch körperliche Trainingskomponenten Ermüdungen vorzubeugen, sich bewusster zu ernähren, und Symptome frühzeitig zu erkennen, um nicht auszubrennen.

 

All diese Vorteile helfen dabei die gesundheitsbedingten Fehltage zu reduzieren. Auch gewinnen die Teilnehmer innere Ruhe, sind mutiger und kreativer. Sie lernen ihre Aufmerksamkeit zu lenken und schweifen daher seltener ab. Führungskräfte sehen plötzlich andere Wege, die sie einschlagen können, finden konstruktive Lösungen und können Entscheidungen klarer treffen. Die Teilnehmer lernen zudem, sich auf die wesentlichen Themen zu konzentrieren und sich bei der Bearbeitung nicht ablenken zu lassen. Insgesamt sind sie effektiver und zufriedener (im Job und im Privaten). Dies wirkt sich wiederum positiv auf das Engagement, die Fluktuation, die Produktivität und die Mitarbeitermotivation aus. Hiervon profitiert das Unternehmen selbst.

 

Was es bei der Einführung von Achtsamkeit zu beachten gibt

Unbedingt sollten bei der Einführung von Achtsamkeit einige Punkte beachtet werden, anderenfalls können unerwünschte Kosten und weitere negative Nebeneffekte auftreten. Vermeiden Sie es unzertifizierte Achtsamkeitstrainer ins Unternehmen einzuladen. Auch sollten die Trainer schon Erfahrungen im Bereich „Achtsamkeit in Unternehmen“ haben bzw. selbst erfolgreich im Business Kontext sein. Ebenfalls sollte der Trainer selbst Achtsamkeit über mehrere Jahre praktiziert haben, um die gewünschte Expertise aufweisen zu können.

Vermeiden Sie es auch solche Achtsamkeitsprogramme im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung anzusiedeln, da hier oft die Annahmen bestehen, dass mit einem selbst etwas nicht in Ordnung ist, wenn man an solchen Programmen teilnimmt. Mit dieser Herangehensweise könnte sich bei den Angestellten eine Abwehrhaltung entwickeln: Mitarbeiter verschließen sich und der Kurs kann demnach nicht mehr ohne Vorurteile bzw. Voreingenommenheit abgehalten werden. Besser ist es, diese Programme in den Sparten Leadership oder Change Management unterzubrignen.

Finden Sie Mittel und Wege das Thema Achtsamkeit in Ihre Unternehmenskultur zu integrieren. Verzichten Sie dabei auf Images á la Lotusblume, aufeinandergestapelte Steine und sonstige klischeehaften Beispiele. Setzen Sie auf das richtige Wording und machen Sie Ihren Mitarbeitern und Führungskräften das Thema auf einer Ebene zugänglich, die mit Ihrem Geschäftsbereich und unternehmerischen Alltag zu tun hat.

 

Kritik

Obwohl Achtsamkeit kein esoterisches und spirituelles Thema sein muss, haftet ihm gerade in der Geschäftswelt dieses Image an. Neben diesem Glaubwürdigkeitsproblem gibt es weitere Stimmen: So sehen Kritiker Achtsamkeit als eine weitere Methode der Chefetage, die eigenen Mitarbeiter durch mentale Optimierung noch effizienter zu machen.

Um gerade dem großen Misstrauen, den Vorurteilen und den falschen Vorstellungen entgegenzuwirken, ist es hilfreich, wenn sich Führungskräfte aus dem Top Management zu den Praktiken bekennen und ihre eigene Affinität zum Thema nach außen tragen. Diese können zugleich Pilot-Workshops in ihren Bereichen initiieren und Achtsamkeit beispielhaft ihren Abteilungen vorleben. Denkbar ist auch, die Inhalte in bestehende Weiterbildungskurse und das Gesundheitsmanagement zu integrieren.

Peter Bostelmann, Director Global Mindfulness Practice, der bei SAP federführend im Bereich Achtsamkeit ist, meint, man müsse gerade im unternehmerischen Kontext faktenbasiert argumentieren. So stellt er während seiner Achtsamkeits-Vorträge die Ergebnisse einer internen Studie vor. Die Fehlzeiten nach der Einführung des Programms haben sich drastisch verkürzt. Der Return on Investment hinsichtlich des Programms hingegen liegt nachweislich bei 200%.

Auch sagt er: „Bei uns geht es nicht um Effizienzsteigerung des Seelenlebens, sondern um eine Persönlichkeitsentwicklung. Die Mitarbeiter sollen lernen, klarer zu sehen, worauf es ihnen im Leben ankommt – davon profitiert auch ihr Arbeitgeber. […] Es komme auch vor, dass ein Mitarbeiter SAP verlässt.“ Kommt jemand zu dieser Einsicht, sei dies auch im Sinne des Unternehmens. Es geht also keineswegs um Mitarbeiteroptimierung.

 

Fazit

Unser Leben verändert sich und das immer schneller – wir stehen täglich vor neuen Herausforderungen und wissen oft nicht mehr, wo uns der Kopf steht. Achtsamkeit ist ein Zustand, der uns dabei hilft wieder ins Gleichgewicht zu kommen, im gegenwärtigen Moment alles wahrzunehmen, im Innen und Außen, ohne darauf zu reagieren. Dieser Zustand ist die Grundlage, um unsere individuellen Hürden bewältigen zu können, ohne dabei in Panik und der gleichen zu verfallen. Dazu müssen wir unsere geistigen Fähigkeiten im Rahmen von Achtsamkeitsprogrammen trainieren. Es ist alles schon da, wir brauchen nur einen Zugang zur Quelle.

Die Vorteilhaftigkeit und Wirksamkeit solcher Programme wurde mannigfaltig, wissenschaftlich bewiesen. Dennoch besteht aktuell noch viel Misstrauen. Aber gerade in Unternehmen ist Achtsamkeit ein guter Motor für nachhaltige und menschengerechte Personalentwicklung. Sie führt zur Vermeidung von Fehlern, erhöhter Kreativität und größerer Zufriedenheit. Und die Umsetzung von Achtsamkeit kann dabei helfen, sich besser auf die anstehenden Umbrüche im Unternehmen sowie allgemein der Welt vorzubereiten: Sie hilft uns dabei, bewusster mit uns und anderen umzugehen. Wir kommen vom Ich zum Wir.

Bei Achtsamkeit geht es also um viel mehr als nur die Reduzierung von Stress. Es geht auch darum das Zusammenleben gemeinsam und aktiv zu gestalten, sowie dessen Qualität insgesamt zu verbessern. Somit hilft Achtsamkeit, wie Chade-Meng Tan es bereits in seiner Vision manifestierte, letztlich dabei, etwas zum Weltfrieden beizutragen: Einer für alle und alle für einen.

 

Quellen:

MSBR-MBCT Verband, URL: https://www.mbsr-verband.de/, letzter Zugriff: 15.05.2019

Haufe Akademie: WARUM ACHTSAMKEIT FÜR IHR UNTERNEHMEN WICHTIG IST, 10.06.2019, URL: https://www.haufe-akademie.de/blog/themen/persoenliche-kompetenz/achtsamkeit-im-unternehmen/, letzter Zugriff: 15.06.2019

Berliner Zeitung (Lachmann, Akiko.): Konferenz der Stille, 01.03.2019, Nummer 51

Loving HR Podcast: Mindful Leadership mit Angelika von der Assen, 30.01.2019, Nummer 52

Tan, Chade-Meng: Search Inside Yourself. Optimiere dein Leben durch Achtsamkeit, 6. Auflage, München: Wilhelm Goldmann Verlag, 2015

Chatbots im Recruiting – Ihre Vor- und Nachteile

Chatbots im Recruiting – Ihre Vor- und Nachteile

Die Digitalisierung ist schon seit einiger Zeit im Recruiting angekommen und verändert den Alltag des Personalers Stück für Stück. Ein Begriff oder vielmehr eine Technologie die hier immer häufiger verwendet wird, ist der Chatbot. Welche Vor- und Nachteile sein Einsatz im Recruiting mit sich bringt, wollen wir in diesem Beitrag klären. Bevor wir dazu kommen, gehen wir noch auf ein paar grundlegende Dinge ein:

 

2 Arten von Chatbots

Grundsätzlich handelt es sich bei Chatbots um textbasierte Dialogsysteme die eine zweiseitige Kommunikation ermöglichen. Dazu gibt es eine Texteingabemaske und eine Textausgabemaske. Der Nutzer kann also in natürlicher Sprache mit dem hinter dem Chatbot stehenden System kommunizieren. In der Regel sind diese Bots auf der Unternehmensseite bzw. der Karriereseite integriert, wo sie die Bewerberkommunikation übernehmen.

Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen einfachen Chatbots und solchen die lernfähig sind.

Die einfachen Chatbots sind so konzipiert, dass sie beim Kommunizieren auf eine Datenbank von Informationen und vorgefertigten Antworten zurückgreifen. Gibt der Nutzer eine Frage ins Chatfenster ein, wird diese in ihre Einzelteile zerlegt und analysiert. Auf bestimmte Schlüsselbegriffe und Strukturen reagiert das System mit den vordefinierten Antworten. Solche Bots bieten den Seitenbesuchern eine erste Orientierung, indem sie einfache Fragen beantworten können. Der Einsatz dieser Technologie ist demnach recht begrenzt, sodass keine richtige Konversation entstehen kann. Bekommt der Bot eine Frage gestellt, die er nicht beantworten kann, fragt er zumindest die Kontaktdaten seines Gegenübers ab. Ein Verantwortlicher kann sich anschließend persönlich beim Interessen zurückmelden. Durch diese Art der Reaktion, geht ein Unternehmen sicher, dass alle Anliegen von Interessenten bearbeitet werden können, selbst wenn der Bot nicht direkt dabei helfen kann.

Anders sieht es bei der zweiten Variante von Chatbots aus. Diese Bots können aufgrund von Künstlicher Intelligenz (KI oder AI für Artificial Intelligence) bzw. sogenannten lernenden Algorithmen weit aus mehr leisten: Sie können z.B. intelligente Antworten auf komplexe Fragen geben oder den Interessenten auf Eignung hinsichtlich der favorisierten Stelle prüfen und ggf. proaktiv passendere Jobangebote vorstellen. Dazu greifen sie auf zahlreiche Daten aus den Bewerbungsunterlagen, Social-Media-Aktivitäten und weiteren Webinteraktionen zu. Dadurch dass Chatbots mit jeder Interaktion dazulernen, ergeben sich zunehmend weitere Einsatzgebiete.

 

Vorteile für das Recruiting

Erreichbarkeit

Am Ende des Tages ist ein Chatbot eine Maschine und bekanntlicherweise brauchen Maschinen keinen Schlaf – höchstens eine Ruhepause. Dies ist aber eher bei produzierenden Maschinen der Fall. Ein Chatbot hingegen ist ein computerbasiertes System bzw. ein Algorithmus und braucht daher auch keine Ruhepausen. Er steht seinen Nutzern 24 Stunden an 7 Tagen die Woche zur Verfügung. Mittagspause, Urlaub und krankheitsbedingter Ausfall kommen ebenfalls nie vor. Gerade Spitzenkandidaten sind außerhalb der gängigen Geschäftszeiten auf Jobsuche, da sie tagsüber arbeiten. So bietet sich für die Kommunikation mit solch beschäftigten Personen, der Einsatz des Chatbots besonders an – er ist immer erreichbar.

Die Zeit unabhängige Erreichbarkeit bietet den Kandidaten einen hohen Mehrwert. Der Recruiter ist meist sehr ausgelastet und hat nicht immer die Möglichkeit direkt zu reagieren.

Reaktionsgeschwindigkeit

An den eben genannten Punkt schließt sich die Tatsache an, dass ein Chatbot sofort und in Echtzeit auf Anfragen reagiert. Kandidaten, insbesondere passive,  erwarten eine schnelle und direkte Beantwortung Ihrer Fragen, um für sich zu entscheiden, ob die Stelle oder der Arbeitgeber passt. Die Zeiten in denen Bewerber Tagen, Wochen oder sogar Monate auf eine Antwort warten, gehören der Vergangenheit an. Die Maschine sorgt also durch kurze Reaktionszeiten für eine verbesserte Candidate Experience.

Automatisierter Bewerbungsprozess

Der Chatbot kann auch für den Bewerbungsprozess eingesetzt werden:

  • Er korrespondiert mit dem Interessenten und beantwortet ihm seine Fragen (z.B. hinsichtlich der gelebten Unternehmenskultur oder konkrete Fragen zum ausgeschriebenen Job).
  • Möchte sich der Interessent bewerben, geschieht dies ebenfalls über den Chatbot. Dieser sammelt weitere fehlende Informationen und Dokumente, die für eine vollständige Bewerbung nötig sind.
  • Hier findet bereits eine Vorauswahl durch den Roboter statt. Er erkennt anhand der ihm vorliegenden Informationen, ob das Profil zur vakanten Stelle passt oder nicht. Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion, Bewerbungsfoto etc. spielen dabei keine Rolle. Die Vorauswahl findet vorurteilsfrei statt. Passt das Profil nicht, kann er alternative Stellen vorschlagen oder den Bewerber ggf. in den Bewerberpool aufnehmen.
  • Matcht das Profil mit den Jobanforderungen, leitet der Chatbot die vollständige Bewerbung an den zuständigen Personaler weiter.
  • Alle Bewerber werden via Chatbot über die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess informiert. Das muss nicht zwingend über den Bot auf der Karriereseite geschehen. Möglich ist gleichermaßen, dass der technische Helfer über andere Messenger, wie z.B. WhatsApp, die nächsten Schritte kommuniziert. Auch im Falle einer Entscheidung, werden die Kandidaten via Bot informiert. Natürlich kann der Chatbot auch Kontaktdaten der verantwortlichen Ansprechpartner preisgeben, falls der Bewerber ein Thema persönlich besprechen möchte.
  • Zu guter letzt kann der Chatbot auch Feedback zum Bewerbungsprozess einholen.

Die Nutzung der Chatoberfläche ist den meisten Internetusern bekannt. Diese einfache, intuitive und nutzerfreundliche Art der Bewerbung wirkt sich ebenfalls positiv auf die Candidate Experience aus, da der Umgang mit solchen Oberflächen bekannt ist. Zudem zeigt sich auch eine Zeitersparnis für den Recruiter. Dieser erhält vom digitalen Helfer nur vollständige und passende Bewerbungen. Insgesamt verkürzt sich daher die Time-to-Hire.

Multitasking

Während sich ein Personaler immer nur nacheinander mit den Anliegen der Interessenten auseinandersetzen kann, ist es dem Chatbot möglich, unendlich viele Themen gleichzeitig zu bearbeiten. Anzeichen von Erschöpfung oder das Eintreten von Fehlern bleiben aus.Gerade einfache Aufgaben können gut an den Bot outgesourcet werden, der diese dann (teil-)autonom erledigt. Im Vergleich zum Personaler bearbeitet der digitale Helfer mehr dieser Aufgaben in kürzerer Zeit. Somit ist der Chatbot ein verlässlicher, leistungsbereiter Supporter im Office.

Mehrsprachige Antworten

Für Chatbots macht es keinen Unterschied, ob ihr Gesprächspartner Chinesisch, Indisch, Englisch, Deutsch oder Spanisch mit ihnen spricht. Sind sie mit den richtigen Daten und Algorithmen ausgestattet, zeigt sich in ihrer Fähigkeit mehrsprachig zu antworten, ein weiterer Vorteil.

 

Nachteile

Risiken

Bei einem (teil-)autonomen Chatbot stellt sich die Frage nach Risiken und Verantwortung, denn das Verhalten solcher Systeme ist nicht immer vollständig vorhersehbar. Die Selbstständigkeit dieser Bots nimmt im Zuge der KI immer weiter zu. Auch steigt die Menge an Daten, die sie verarbeiten rasant. Die Speicherung und Protokollierung der laufenden Prozesse und getroffenen Entscheidungen wird daher sehr schwierig. Vor diesem Hintergrund ist fraglich, in wie weit das Verhalten von Chatbots kontrollierbar ist bzw. sein wird. Fakt ist: Ein Chatbot braucht eine gute Datengrundlage bzw. muss ausgezeichnet programmiert sein. Nur dann können mögliche Fehler, die er machen könnte, vermieden werden.

Ein prominentes Negativbeispiel ist das KI-Tool des digitalen Schwergewichts Amazon. Es wurde 2014 entwickelt, um den Einstellungsprozess neuer Mitarbeiter zu vereinfachen. Die KI sollte Lebensläufe von vorangegangenen Bewerbern analysieren sowie anschließend das World Wide Web nach passenden Kandidaten durchsuchen. Unglücklicherweise stellten die Programmierer fest, dass männliche Profile bevorzugt wurden. Die KI ging davon aus, dass Männer zu bevorzugen sind, da die Datengrundlage auf die sie Zugriff, dies suggerierte. Ebenfalls wurden Kandidaten vorgeschlagen, die nicht für die vakante Stelle qualifiziert waren. 2017 fand das Projekt daher sein vorzeitiges Ende.

Wer ist in solchen Fällen verantwortlich, wenn ein Chatbot die falsche Entscheidung trifft? Dies ist eine Frage, die man sich stets vor Augen halten sollte, wenn man diese Maschinen einsetzen möchte. Auch muss man sich bewusst sein, dass es noch keine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt und somit ein gewisses Grundrisko besteht.

Einwandfreie Umsetzung und Kosten

Ein Chatbot bietet viele Vorteile, keine Frage. Damit ein solcher Bot einer positiven Candidate Experience beiträgt, muss er technisch einwandfrei in das bestehende HR-System als auch auf der Karriereseite des Unternehmens implementiert werden. Dazu gehört auch, dass man ihm relevante Daten zur Verfügung stellt, auf die er zugreifen kann. Es gibt schließlich nichts nervigeres als einen Chatbot der die gestellten Fragen nicht versteht bzw. einem nicht weiterhelfen kann. Solche Situationen gilt es unbedingt zu vermeiden. Anderenfalls springen Interessenten schnell ab und die Candidate Experience wird als negativ empfunden. Dies schwächt die Employer Brand.

Eine einwandfreie Programmierung und Implementierung eines Chatbots kostet zeitliche und finanzielle Ressourcen. Bevor es zur Realisierung des digitalen Helfers kommt, sollte man sich daher sicher sein, dass der Bedarf wirklich groß genug ist. Anderenfalls lohnt sich der Aufwand nicht.

 

Fazit

Es bleibt festzuhalten: Ein Chatbot kann ein echter Gewinn für das Recruiting sein: Bei fast allen Aufgaben des Recruiters kann der Chatbot unterstützen oder ganze Arbeitspakete komplett selbstständig übernehmen. Dabei reagiert er schneller und zuverlässig und das rund um die Uhr. Der Personaler hat dadurch mehr Zeit für andere Aufgaben. Ob und in wie weit der Bot eine echte Hilfe ist, steht und fällt mit den Daten mit denen er gefüttert wird. Je umfangreicher und relevanter diese sind, desto besser wird die Qualität der Kommunikation. Ist das System darüber hinaus technisch optimal programmiert und implementiert, entsteht auch für den Kandidaten ein echter Mehrwert – dies wiederum wirkt sich positiv auf die Candidate Experience aus.

Ein Chatbot wirkt also in verschiedenen Bereichen des HR unterstützend, indem er dem Recruiter Aufgaben abnimmt. In jedem Fall aber kann ein digitaler Chatbot niemals einen echten Personaler ganz ersetzen.

Work-Life-Balance: Der neue Trend am Arbeitsmarkt

Work-Life-Balance: Der neue Trend am Arbeitsmarkt

Job und Privatleben im Einklang – Funktioniert das überhaupt?

Die Wortkombination Work-Life-Balance ist mittlerweile vielen Menschen ein Begriff. Bereits seit den 1990’er Jahren wird dieser international diskutiert.

Die Begriffsbildung stammt aus dem Englischen und beinhaltet folgende drei Schlagwörter: Arbeit, Leben, Gleichgewicht. Das Deutsche Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat diesen Begriff, bei einer Analyse der volkswirtschaftlichen Effekte, wie folgt definiert:

„Work-Life-Balance bedeutet eine neue, intelligente Verzahnung von Arbeits- und Privatleben vor dem Hintergrund einer veränderten und sich dynamisch verändernden Arbeits- und Lebenswelt.“

Was in der Theorie ziemlich gut klingt, erweist sich in der Praxis häufig als sehr kompliziert. 73 % der Arbeitnehmer gaben an, dass Stress am Arbeitsplatz aus Schwierigkeiten bei der Vereinbarung von Erwerbstätigkeit und Privatleben resultiert. In Zeiten ständiger Erreichbarkeit durch Homeoffice und Smartphones, sind die Grenzen der einst getrennten Lebensbereiche Erwerbstätigkeit und Privatleben zusehends umstritten. Stress macht unzufrieden, mindert die Motivation und zugleich auch die Produktivität.

Selbsterklärend üben sich beide Faktoren negativ auf das eigene Wohlbefinden und die Arbeit aus. Daher ist es für Arbeitgeber enorm wichtig, seinen Mitarbeitern eine ausgewogene Work-Life-Balance zu ermöglichen.

 

Karriere: Ein Muss. Gesundheit: Unbedingt. Kinder: Mal schauen.

Der Stellenwert der Familie, bleibt ungebrochen hoch. Laut der Stiftung für Zukunftsfragen aus dem Jahr 2014, empfanden 88 Prozent der Deutschen, die Familie als das Wichtigste im Leben. Das klingt erst einmal sehr positiv. Doch die schlechte Nachricht ist, dass im Vergleich dazu zwei von drei Deutschen angaben, dass ihnen die Karriere wichtiger ist als Kinder zu bekommen.

Deshalb ist es nicht besonders verwunderlich, dass die Fertilitätsrate in Deutschland mit 1,36 Kindern pro Frau im Vergleich zu anderen Ländern, weiterhin sehr niedrig ist. 54 Prozent der Paare ohne Kinder sind der Meinung, dass sich die Karriere schlecht mit einer Familie vereinbaren lässt. Viele erwerbstätige Frauen gehen davon aus, dass Kinderkriegen das Aus für ihre Karriere bedeutet. Insgeheim ist jedoch der Kinderwunsch der erwerbstätigen Frauen vermehrt groß,  gleichzeitig sehnen sie sich aber auch nach finanzieller Unabhängigkeit von Ihrem Partner.

Die Unternehmen hingegen stellen sich jedoch häufig immer noch quer. Die Frage nach der Familienplanung ist in Bewerbungsgesprächen nicht erlaubt – und wird trotzdem ständig gestellt. Dabei ist es garnicht so schwer, sich als Führungskraft für eine ausgewogene Work-Life-Balance bei seinen Mitarbeitern zu sorgen. Welche profitablen Maßnahmen wir Ihrem im Unternehmen empfehlen, lesen Sie im weiteren Artikel.

 

Job-Life-Fit: Alles muss zusammenpassen

Wie die Stepstone Trendstudie 2016 zeigt, haben die Karrierepläne der Deutschen auch im Laufe der letzten Jahre noch einen hohen Stellenwert. Mit Blick auf die nächsten Jahre, ist für 87 Prozent der Befragten jedoch Gesundheit und persönliche Entwicklung mittlerweile das Wichtigste. Ein ausgewogenes Zusammenspiel von Familie, Partnerschaft, Beruf und Karriere sind 81 Prozent der Fach- und Führungskräfte in gleichem Maße entscheidend für ein glückliches Leben.

Müssten Fachkräfte wählen zwischen einem sehr interessanten, gut bezahlten Job gleichzeitig aber für Kollegen, mit denen sie sich menschlich nicht verstehen, und einem uninteressanten Job in einem freundschaftlich verbundenem Team, dann entscheiden sich satte 71 Prozent für das harmonische Team.

Dabei können Männer ein schlechtes Arbeitsklima eher tolerieren, sofern die Aufgaben interessant genug sind. Für Frauen spielt das kollegiale Verhältnis eine noch zentralere Rolle. Besonders junge Berufsanfänger, ist eine gute Arbeitsatmosphäre von hoher Bedeutung. Unter den sogenannten Soft Skills zählt diese für sie sogar zu dem wichtigsten Faktor bei der Arbeitgeberwahl.

Es scheint also fast so, als wollten die heutigen Erwerbstätigen „alles“ haben – Karriere, Gesundheit, Familie. Arbeitgeber sollten diese Erwartungshaltung nicht ungeachtet lassen und Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, unterschiedliche Lebensbereiche gleichberechtigt nebeneinander entfalten zu können. Idealerweise beeinflusst der Job die anderen Lebensbereiche sogar positiv. Ein zufriedener Mitarbeiter ist weniger anfällig für Stress und umgeht Krankheiten wie Depressionen oder Burn-out.

 

Work-Life-Integration

Nicht selten steht die Work-Life-Balance auch in der Kritik. Grund dafür ist der Faktor, dass das Arbeits- und Privatleben häufig nicht mehr von einer getrennt werden. Daher passt das Wort Integration wohl eher in den Kontext, als Balance.

Work-Life-Integration geht nicht von zwei getrennten Bereichen aus, sondern sieht es vor, beide miteinander zu verbinden, beziehungsweise eine integrative Verbindung herzustellen. Fakt ist nämlich, das die Grenzen von Arbeit und Privatleben mehr und mehr zu einer Einheit verschmelzen. Treibende Kraft bei dem Strukturwandel der deutschen Arbeitsgesellschaft sind:

  • Der technologische und demographische Wandel
  • Der wirtschaftliche Strukturwandel
  • Globalisierung
  • Neue Technologien und Kommunikationswege

Wie soll man sich auch entspannen und seine Freizeit genießen, wenn man in Zeiten der „permanenten Erreichbarkeit“ mit Kollegen und Geschäftspartnern im ständigen Austausch ist. Neue Kommunikations- und Informationswege setzen sich über räumliche und zeitliche Grenzen hinweg.

Über die Cloud bequem von zu Hause arbeiten, vor dem Schlafen gehen noch ein paar E-Mails checken oder seinen Geschäftspartner via Smartphone anfragen, ob er schon das morgige Meeting vorbereitet hat. Heutzutage alles kein Problem mehr. Aber nicht unbedingt förderlich. Der Arbeitsstress bleibt. Abschalten und den Feierabend genießen, ist daher unmöglich. Immer mehr und immer weniger Zeit.

Gefordert wird: Zeitliche Flexibiltät, räumliche Mobilität und ständige Anpassungsbereitschaft. Stress und Überarbeitung häufen sich und die Gesundheit wird dabei stark beeinträchtigt. Dauerhafte Belastungen tragen einen hohen Preis.

 

Negative Folgen von Dauerstress

Stress hat jeder mal. Gefährlich wird es nur dann, wenn die Situation zur Dauerbelastung wird und der Körper die ausgeschütteten Stresshormone nicht wieder abbauen kann. Der Körper befindet sich dann in einem chronischen Anspannungs- und Aktivierungszustand, der für die Gesundheit gefährlich werden kann.

Laut Statista sind psychische Erkrankungen wie Depressionen und Burnout derzeit die zweitwichtigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit in Deutschland.

Die Symptome äußern sich vielfältig. Zu den häufigsten körperlichen Anzeichen für Stress gehören unter anderem, Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen, Schlafstörungen, chronische Müdigkeit und Erschöpfung. Bei vielen Menschen treten sogar Hautirritationen oder Muskelzucken auf, sobald sie in Belastungssituationen kommen. Die bei Stress ausgeschütteten Hormone werden dann gefährlich, wenn Sie zu häufig ausgeschüttet werden. Stresshormone wie Kortisol schwächen die Immunabwehr und Stresssymptome wie Erschöpfung und Depressionen treten auf.

Der Folgeprozess geht darin über, dass Depressionen zu einer absoluten körperlichen, emotionalen und geistigen Erschöpfung führen können. Auch bekannt als Burnout! 

Eine Umfrage der pronova BKK aus dem Jahr 2018 ergab, dass jeder zweite Bundesbürger sich von Burnout bedroht fühlt. Sechs von zehn der Befragten, klagten zumindest über gelegentliche Symptome. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass weltweit schätzungsweise über 300 Millionen Menschen mit einer Depression leben. Expertenmeinungen gehen sogar davon aus, dass Burnout im Jahr 2020 die zweithäufigste Volkskrankheit sein wird.

Erschreckende Ergebnisse! Finden Sie nicht auch? Unserer Meinung nach wird es Zeit, den Begriff Work-Life-Balance nicht nur theoretisch anzuwenden, sondern auch praktisch umzusetzen.

 

Profitable Maßnahmen für Ihr Unternehmen

Befinden sich Ihre Mitarbeiter/innen in einer unausgewogenen Lebenssituation, überträgt sich dies auch auf die erbrachte Leistung während der Arbeit. Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wirkt sich ein Dauerzustand von schlechten Arbeitsergebnissen negativ auf die Zusammenarbeit aus. Hier gilt es präventiv zu handeln!

  • Selbstmanagement: Bieten Sie Ihren Mitarbeitern Kurse und Coachings an, die Ihnen helfen, den Zeit- und Nutzenfaktoren zu optimieren. Organisation und Planung bieten zumindest schonmal eine gute erste Plattform um Stresssituationen und Zeitdruck zu vermeiden.
  • Betriebssport: Körperliche Aktivitäten sind für viele Menschen, ein Ausgleich den sie nicht missen wollen. Ob Fitness, Ausdauertraining oder entspannter Sport wie Yoga. Sport tut jedem Menschen gut und baut unter anderem Stresshormone ab. Viel zu wenige Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Sport im Betrieb an. Dabei würde es sogar bei der Arbeit helfen. Denn Betriebssport hält nicht nur fit, sondern fördert auch den sozialen Kontakt im Team.
  • Veränderungen im Arbeitsalltag: Bieten Sie Ihren Mitarbeitern verschiedene Benefits an. Kleinigkeiten, wie die Versorgung von Obst und kostenlosen Getränken oder gar ein gemeinsamer Lunch, versorgt Ihre Mitarbeitern nicht nur, sondern bietet auch eine gute Plattform um abzuschalten und sich über andere Themen als die Arbeit auszutauschen.
  • Teamevents: Von actionbasierten Aktivitäten wie Kletterparks oder spielerischen Abenden mit Bowling oder Lasertag. Teamevents stehen im starken Kontext zu Teambuilding. Das Miteinander darf zwischen dem Arbeitsalltag nicht zu kurz kommen. Spaß untereinander, fördert die Mitarbeitermotivation und den Gruppenzusammenhalt. Gönnen Sie sich und Ihren Mitarbeitern eine kurze, gemeinsame Auszeit vom Arbeitsalltag.

 

Fazit

Dauerbelastungen, Stress und erhöhter Druck führen bei einem dauerhaftem Zustand zu körperlichen Einschränkungen und gesundheitlichen Problemen, wie Depressionen und Burnout.

Vermehrt ist vielen Menschen Ihre Gesundheit, die persönliche Entwicklung die Familienplanung  jedoch wieder wichtiger geworden und steht sogar über der Karriere. Der berufliche Erfolg soll dabei aber auch nicht auf der Strecke bleiben. Das Arbeits- und Privatleben in ein ausgewogenes Gleichgewicht zu bringen, ist praktisch schwer umsetzbar, aber möglich.

Nutzen Sie unsere Tipps, um Ihren Mitarbeitern das Konzept des Work-Life-Balance zu ermöglichen und versuchen Sie moderne Methoden um Stressmanagement umzusetzen. Diese wirken sich nachhaltig auf die Personalgewinnung, Mitarbeitermotivation und auch die Mitarbeiterbindung aus. Denken Sie immer daran, dass wir mehr Zeit auf der Arbeit verbringen, als zu Hause.

Bleiben Sie sich also dem Gedanken treu: Feel good at work!

Die Top 10 Recruiting-Strategien im Überblick

Die Top 10 Recruiting-Strategien im Überblick

„Nach wie vor besteht ein hoher Fachkräftemangel in Unternehmen.“

Zu diesem Ergebnis kam die Studie Recruiting-Strategien 2018 (PDF-Datei von Personalwirtschaft.de). Weitere zentrale Ergebnisse dieser Studie sind:

  1. Online-Stellenbörsen, Karrierewebseiten und Mitarbeiterempfehlungen sind die Top-3-Kanäle zur Kandidatenansprache.
  2. Die Digitalisierung hält neue (technische) Möglichkeiten für das Recruiting bereit – häufig werden diese noch nicht genutzt.

Aschenputtel ist da, um genau dies zu ändern und daher stellen wir Ihnen hier unsere Top 10 der effektiven Recruiting-Strategien vor:

Ziel und Anforderungen einer Recruiting-Strategie

Alle Recruiting-Strategien dienen einem übergeordneten Ziel: vakante Stellen mit qualifizierten Bewerbern zu besetzten.

Jedes Unternehmen hat unterschiedliche Anforderungen an das Recruiting und jede Stelle erfordert wiederum ein anderes Bewerberprofil. Somit gibt es keine universell gültige Strategie – im Gegenteil, Personaler müssen entsprechend dieser Rahmenbedingungen ihre Strategien und Möglichkeiten flexibel und zielgruppenspezifisch anpassen können. Grundsätzlich sollte eine Recruiting Strategie:

  • klar festgelegte und kommunizierte Strategie-Elemente besitzen (wer, was, wo, wie lange und wie?).
  • flexibel anpassbar sein, falls sich die Rahmenbedingungen ändern sollten.
  • einen konstanten Eingang von Bewerbungen gewährleisten (Pipeline-Ansatz).
  • auch passive Kandidaten berücksichtigen.
  • das Treffen von schnellen Entscheidungen ermöglichen.

 

Unsere Top 10 Recruiting-Strategien im Überblick

In dem Meer an Recruiting-Strategien und Möglichkeiten die Personalbeschaffung zu perfektionieren, haben sich, wie eingangs schon angedeutet, drei Kanäle zur Kandidatenansprache etabliert. Wir stellen diese, sowie sieben weitere, nun vor.

1. Online-Stellenbörsen

Diese Recruiting-Strategie ist simpel und stellt für fast alle Bewerber den beliebtesten Kanal dar, so die aktuelle Studie.

Zu Beginn wird eine Zielgruppe definiert. Hierbei handelt es sich um alle Personen die für die vakente(n) Stelle(n) in Frage kommen. Anschließend geht es darum, einen zielgruppengerechten ansprechenden Text zu verfassen:

  • Kurze Vorstellung des Unternehmens samt Tätigkeitsbereich(en)
  • Aufgabenprofil der zu besetzenden Stelle
  • Anforderungsprofil der zu besetzenden Stelle
  • Benefits

Im letzten Schritt wird eine Stellenanzeige bei einer Online-Stellenbörse erstellt und kostenpflichtig veröffentlicht. Die bekanntesten dieser Börsen sind Indeed, StepStone und Jobware. Arbeitssuchenden wird diese Anzeige bei entsprechender Keywordsuche dann angezeigt, sodass sie sich bei Interesse darauf bewerben können.

2. Karriereseiten

Die Karriereseite eines Unternehmens stellt mit den wichtigsten Kanal zur Kandidatenansprache dar und ist somit gleichermaßen als Recruiting-Strategie zu verstehen. Es handelt sich dabei um eine Unterseiten der eigentlichen Unternehmensseite. Dort stellen Arbeitgeber ihren Besuchern nicht nur Jobangebote vor, sondern geben ihnen Einblicke in die Tätigkeitsbereiche, den Arbeitsalltag, die Teams, Kultur etc. Um diesen Teil der Unternehmensseite auf dem aktuellsten Stand zu halten, muss er regelmäßig gepflegt und angepasst werden. Dies nimmt wiederum Zeit in Anspruch und bedarf einer genauen Vorbereitung.

Man möchte den Interessenten von sich überzeugen, sodass er sich anschließend bewirbt. Damit es dazu kommt, müssen potenzielle Bewerber zielgruppengerecht angesprochen werden. Dafür müssen relevante Informationen zur Verfügung gestellt werden. Wie man die perfekte Karriereseite erstellt, erklären wir in einem separaten Beitrag.

3. Mitarbeiterempfehlungen

Im War for Talents sind sie die mächtigste Waffe: Motivierte Mitarbeiter. Sie fungieren als unternehmenseigene Promoter und können äußerst authentisch und aus erster Hand berichten, wie es im Unternehmen generell und am Arbeitsplatz vor sich geht. Dies sind natürlich nur einige Einblicke, die ein Promoter seinen Zuhörern (z.B. arbeitssuchenden Freunden und Verwandten) geben kann. Zugleich kann ein Promoter gut abschätzen, ob sein Kontakt zu der vakanten Stelle passt oder nicht. Es findet gewissermaßen eine Vorauswahl statt.

Er hat also einen großen Einfluss auf das Bild, welches sich seine Gesprächspartner vom vorgestellten Unternehmen machen. Im besten Fall erzeugt er starkes Bedürfnis beim Zuhörer: „Ich möchte auch für dieses Unternehmen arbeiten.“

Kommt es zu einer Einstellung, erhält der Promoter eine Prämie. Vorteilhaft ist diese Strategie, da der Bewerbungsprozess kürzer und unkomplizierter wird, wodurch es zu einer Kostenersparnis kommt. Das Risiko einer Fehlbesetzung ist zudem gering.

Wie man solche Promoter gewinnt? Ganz einfach: Vor dem Hintergrund der Candidate Journey muss die Mitarbeitermotivation spielt eine wichtige Rolle.

4. Inbound Recruiting

Beim Inbound Recruiting handelt es sich um eine Methode die ursprünglich aus dem Marketing stammt. Es geht im Wesentlichen darum, eine zuvor definierte Zielgruppe auf genau den Kanälen zu erreichen, auf denen sie sich aufhält. Gezielt werden dort Informationen und Inhalte platziert, die für diese Personen von Relevanz sind. Der Kandidat wird früher oder später auf diese Inhalte stoßen und so mit dem Unternehmen in Kontakt kommen. Bieten die Informationen einen echten Mehrwert, bleibt das Unternehmen der Person positiv in Erinnerung.

Ziel ist es durch diese Inhalte so attraktiv zu werden, dass es zu einer Bewerbung kommt. Ein entscheidender Vorteil dieser Strategie: Es werden auch passiv suchende Kandidaten erreicht, die eigentlich nicht auf Jobsuche sind bzw. ein aktives Arbeitsverhältnis besteht. Sie bewerben sich nur, wenn sie sich mit dem Arbeitgeber und der Tätigkeit identifizieren können. Eine starke Employer Brand hilft Ihnen dabei, diese Kandidaten zu überzeugen und für Ihr Unternehmen zu begeistern. Da der Anteil der der passiven Kandidaten immer mehr zunimmt und diese über klassische Stellenanzeigen nicht erreicht werden können, besteht hier ein enormes Potenzial.

5. Künstliche Intelligenz

Das Thema Künstliche Intelligenz im Recruiting ist vielen Personalverantwortlichen zwar bekannt, doch nutzen die meisten diese Potenziale kaum bis gar nicht – so die Studienergebnisse. Dabei sind die Möglichkeiten vielfältig:

  • Gezielte Suche und Identifikation von Talenten (z.B. Programmatic Job Advertising)
  • Screening und Auswertung der eingegangen Bewerbungen bzw. Bewerberauswahl
  • Bewerberkommunikation z.B. via Chatbots

Der Grund für den mangelnden Einsatz solcher Tools ist schlichtweg ein zu geringes Verständnis der Verantwortlichen hinsichtlich dieser Themen. Hier gilt es aufzuholen: Aufklärung, Entwicklung einer Strategie, die den Einsatz solcher Tools berücksichtigt und ihre Implementierung sicherstellt und schlussendlich die Ausschöpfung der bestehenden Potenziale.

Alle Tools haben eines gemeinsam: Sie machen den Bewerbungsprozess einfacher und nehmen den Recruitern Arbeit ab, sodass diese Zeit für andere Themen haben.

6. Sourcing

Sourcing beschreibt die direkte Ansprache von Personen in verschiedenen sozialen Netzwerken, auf Messen, Hochschulveranstaltungen, Netzwerktreffen und während Workshops. Die bekannteste Variante ist das Active Sourcing. Hierbei werden potenzielle Kandidaten – gemäß der Zielgruppendefinition für die vakante Stelle – vom Recruiter angesprochen. Zu beachten ist bei dieser Strategie, die Ansprache möglichst professionell und zugleich individuell zu gestalten. Dazu sollten entsprechende Hintergrundinformationen zu den Kandidaten recherchiert werden. Falls die Kandidaten zum Zeitpunkt der Ansprache noch kein Interesse haben, können sie zumindest im Talent Pool gespeichert werden.

Die Ansprache sollte nicht nur über die herkömmlichen Kanäle betrieben werden: Es kann sinnvoll sein – gerade wenn es sich um eine schwer zu besetzende Stelle handelt oder der Kandidat spezielle Fähigkeiten haben sollte – Fachforen, relevante Vereine und Alumni-Netzwerke zu durchsuchen. Dort wird man häufig fündig.

Stackoverflow z.B. ist ein Forum für IT-Spezialisten die sich dort gegenseitig helfen und austauschen. Ist man also auf der Suche nach IT-Spezialisten, bietet sich diese Adresse besonders an. Zusätzlich ist es dort möglich, gezielt Stellenanzeigen zu platzieren.

7. Social Recruiting

Die Generation Y und Z wird den Arbeitsmarkt auf den Kopf stellen – dies dürfte jedem mittlerweile klar sein. Es handelt sich bei diesen Personen um Digital Natives. Social Media ist für sie ein fester Bestandteil ihres Alttags. Für Personaler bedeutet das im Umkehrschluss, dass sie gerade junge Talente auf genau diesen Kanälen erreichen können.

Unternehmen müssen also eine eigene Social Media Strategie entwickeln: Wer ist in der Zielgruppe, welche sozialen Netzwerke werden von dieser genutzt, besteht in diesem Netzwerk ein Unternehmensprofil, stellt das Unternehmen relevanten Content mit zielgruppengerechter Ansprache im Netzwerk zur Verfügung? Dies sind Fragen, die Unternehmen beim Social Recruiting berücksichtigen müssen, um entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten – z.B. folgende:

  • Posten von Stellenanzeigen (z.B. in Gruppen)
  • Direktansprache
  • Schaltung von Werbeanzeigen

8. Talent Pools

Ein Talent Pool stellt eine zentrale Human Resources Datenbank dar. Sie beinhaltet Informationen und Kompetenzprofile von vielversprechenden Mitarbeitern und Bewerbern die im Laufe der Candidate Journey gesammelt wurden. Personaler entscheiden, wer es aufgrund herausragender Leistungen, Ergebnisse, Qualifikationen, Zertifikaten etc. in den Pool schafft. Anhand dieser Daten können Recruiter dann die Stellenanforderungen vakenter Stellen mit den Profilen der Talente im Pool abgleichen. So wird ein schnelles Matching garantiert, die Dauer des Bewerbungsprozesses verkürzt und die Kosten gesenkt.

9. HR/Karriere-Events

Karriereevents sind für Unternehmen eine gute Möglichkeit mit vielen verschiedenen Personengruppen (Jobwechsler, Arbeitssuchende, Absolventen, Studenten, Schüler etc.) in Kontakt zu treten. Damit der eigene Messestand aber auch gut besucht wird, sollte der Messeauftritt gut geplant sein:

  • Am welchen Messen soll teilgenommen werden?
  • Welche Größe muss der Messestand haben?
  • Wie soll der Messestand gebrandet sein?
  • Welche Werbemittel und Giveaways müssen produziert werden?

Zudem sollte für einen attraktiven Arbeitgeberauftritt gesorgt werden, indem man qualifiziertes Messepersonal einstellt. Durch entsprechende Schulungen können letzte Wissenslücken geschlossen werden. Wichtig dabei ist, dass das Personal proaktiv auf die Besucher zugeht und stets freundlich in Erscheinung tritt. Die Kontakte die während der Events entstehen, sollten unbedingt dokumentiert und ggf. in den Talent Pool mit aufgenommen werden.

Ein kleiner Geheimtipp an dieser Stelle: Wer an, für die Zielgruppe relevanten, Non-Karriere-Messen teilnimmt, ist auf jenen Messen oft konkurrenzlos.

10. Eigenes Netzwerk

Netzwerken! Netzwerken! Netzwerken! Als Personaler ist es besonders wichtig, ein umfangreiches Netzwerk zu haben und dieses zu pflegen bzw. stetig zu erweitern. Das Netzwerk sollte sowohl aus Personen innerhalb des eigenen Unternehmens als auch aus Externen bestehen. Besonders eignen sich hier Karrierenetzwerke á la XING und LinkedIn. Wenn es Personalbedarf gibt, kann auf diese Netzwerke zurückgegriffen werden. Da man die Personen im eigenen Netzwerke kennt, kann man passende Kandidaten per Direktansprache unkompliziert und schnell erreichen und so die Time-to-Hire deutlich verkürzt werden.

 

Unser Fazit

Damit eine Recruiting-Strategie wirklich effizient und erfolgreich sein kann, sollten mehrere dieser Strategien kombiniert eingesetzt werden. Wichtig ist dabei, dass je nach Vakanz die Strategie angepasst werden kann. So sind Kandidaten für eine Praktikantenstelle anders zu erreichen, als solche, die für eine offene Vorstandsposition gesucht werden. Auch sollten die oben beschriebenen Anforderungen an eine Strategie erfüllt sein, um erfolgreich neues Personal zu rekrutieren.

Im War for Talents wird es zunehmend schwerer Personal zu beschaffen, da immer mehr Unternehmen um die qualifizierte Talente boulen. Einen dauerhaften Vorteil können sich nur solche Unternehmen verschaffen, die proaktiv – im Rahmen Ihrer jeweiligen Strategie – auf die Kandidaten zugehen.

Die Inbound Recruiting Methode eignet sich hierzu besonders gut. Weitere Informationen und sonstigen HR-Themen finden Sie auf unserer LinkedIn-Seite sowie diesem Blog.

HR-Networking: Die Top-5-Events für Personaler

HR-Networking: Die Top-5-Events für Personaler

HR-Networking: Gemeinsam an Herausforderungen arbeiten

Personaler sind vermehrt mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert. In Zeiten des sogenannten War for Talents, wird die Suche nach passenden Talenten immer aufwendiger und schwieriger. Die Herausforderungen gehen dabei aber weit über den großumschriebenen Begriff Fachkräftemangel hinaus.

Doch gerne wird dieser Begriff als Buzzword für die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt genutzt, welches aber nicht der wesentliche Kern der Problematik ist, sondern eher eine Begleiterscheinung. Abzugrenzen ist der Fachkräftemangel zunächst vom Mangel an Arbeitskräften. Ein Arbeitskräftemangel besteht, wenn die Nachfrage nach Arbeitnehmern das Angebot dauerhaft übersteigt, so dass Unternehmen ihre Vakanzen nicht mit den passenden Kandidaten besetzen können.

Es besteht also ein Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt. Die Folgen sind zum Beispiel niedrige Bewerberquoten. Personaler sollten sich deshalb den aktuellen Begebenheiten auf dem Arbeitsmarkt und den umfänglichen Digitalisierungsprozessen im HR anpassen. Dabei steht eine konkrete Frage im Vordergrund: Wie erreiche ich heutzutage qualifizierte Kandidaten? 

Den Fokus ausschließlich auf klassische Personalbeschaffungsmethoden (Stellenanzeigen, Jobbörsen) zu setzen, ist heutzutage für jeden Personaler absolut fatal. Getrieben durch die Digitalisierung, werden vermehrt Methoden aus Vertrieb und Marketing  mit klassischen Personalbeschaffungsprozessen verknüpft. Hinzukommt, dass Arbeitsorganisationen agiler werden, Arbeitsmodelle vielfältiger und die Workforce anspruchsvoller.

Kommunikation, zuhören, Fragen stellen, Erfahrungen austauschen  – der direkte Kontakt zwischen Gleichgesinnten ist ein unverzichtbarer Bestandteil jedes Veränderungsprozesses in der modernen Arbeitswelt. Die Rede ist von HR-Networking. Leider noch nicht weit verbreitet und umfangreich genutzt. Um einen Überblick der Möglichkeiten zu geben stellen wir heute die wichtigsten uns interessantesten Events vor.

 

Diese HR-Veranstaltungen lohnen sich

Wir stellen Ihnen heute unsere Top 5 Veranstaltungen und Messen vor, die Sie sich Personaler nicht entgehen lassen sollten. Tauschen Sie sich mit anderen HRlern über die Best und Worst Practices aus, holen Sie sich Inspiration für kreative und innovative Prozesse und vor allem: Challengen Sie Ihre eigenen Prozesse am Markt!

 

Spezialisierte und klein gehaltene Veranstaltungen

Der jährlich stattfindende St. Galler-Leadership-Tag dient Führungskräften und HR-Experten als Informations- und Austauschplattform. Veranstaltungsziel ist es, neuste Forschungserkenntnisse und Erfahrungen aus Praxis und Wissenschaft zu vereinen und zu reflektieren, um Führung noch erfolgreicher zu machen.

Zukunftsorientierte Themen, Trends und Herausforderungen werden gemeinsam mit renommierten Referenten ausgearbeitet und durchleuchtet. Leider für dieses Jahr schon verstrichen, fand die diesjährige St.-Galler-Leadship bereits am 20. und 21.März.2019 statt.  Unter dem Leitthema „Change 2030 – Neue Transformationsmodelle für die Arbeitswelt von morgen“, durften sich die Führungskräfte auf eine spezielle und vor allem zukunftsorientierte Thematik freuen.

Für Employer Brand Manager und HR-Verantwortliche, die eine starke Arbeitgebermarke auf- und ausbauen wollen, lohnt es sich am 28. und 29.05. die Konferenz Employer Brand Experience in Hamburg zu besuchen. An zwei Tagen werden rund 35 Speaker, unter anderem 4 Themenrouten veranlassen:

  • Identity & Branding
  • Culture & Transformation
  • Sourcing & Recruiting
  • Retention & Engagement

Die Veranstaltung des letzten Jahres war jedenfalls ein voller Erfolg: Offiziell sind an beiden Veranstaltungstagen rund 100 Teilnehmer vor Ort gewesen. Ein Drittel davon waren Experten, die sogar zur Wahl des „Employer Brand Manager of the Year“ nominiert wurden. Aber auch eine hohe Anzahl von Recruitern und Personalmarketeers aus verschiedensten Unternehmen waren und werden auch in diesem Jahr an der Veranstaltung teilnehmen. Erwarten wird Sie sicherlich wieder ein vielfältiger programmatischer Inhalt rund um die Themen Markenbildung und Organisationsentwicklung.

Für „Zwischendurch“ bietet der Verein Purple Squirrel Society, networking in einer entspannten Feierabendatmosphäre an. Bei einem Stammtisch, können HRler interessante Kontakte knüpfen und sich über aktuelle Themen und Erfahrungen austauschen. Der Vereinssitz ist in Berlin, demnach vorwiegend für umliegende Personaler deutlich interessanter.

 

HR-Fachmessen und Konferenzen

Die Zukunft Personal Europe ist eine europäische Leitmesse in verschiedenen Städten Europas. Deutschland, Ungarn, Österreich, Russland und die Türkei sind Länder, die als als etablierte Impulsgeber für die Zukunft des HR-Management gelten und sind demnach bestens geeignet um das Event zu repräsentieren.

Mit mehr als jährlich 25.000 Besuchern zählt die Zukunft Personal definitiv zu den großen HR-Veranstaltungen. Nicht nur größentechnisch hat die Zukunft Personal viel zu bieten. Auch thematisch wird sich hier ganz schön ins Zeug gelegt: Die Meetup Area ermöglicht das networking mit Branchen-Experten und deren Communities. In sogenannten Meetups tauschen sich Experten über sämtliche HR-Themen aus. Spannend ist zum Beispiel auch das Startup Village. Jungunternehmer präsentieren auf der Startup Stage ihre innovativen Geschäftsideen. Es erwarten Sie viele spannende Vorträge über aktuelle sowie zukunftsorientierte Themen.

Natürlich ist Aschenputtel dieses Jahr am 07. und 08.05. in Hamburg mit von der Partie. Möchten Sie auch dabei sein? Dann melden Sie sich bei Susanne Milinevska, Growth Consultant (susanne@aschenputtel.agency). Aktuell haben wir noch Ticktes verfügbar und würden uns freuen, Sie einladen zu können – kostenlos!

 

Unser heimlicher Favorit

Zu den großen Events mit Besucherzahlen von rund 1.500 Personen, gehört zum Beispiel die New Work Experience. Leider für dieses Jahr schon verstrichen, fand das Event am 07.03.2019 in der wohl spektakulärsten Locations Deutschland statt – der Hamburger Elbphilharmonie. Rund 40 erstklassige Speaker teilen jährlich Ihre bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse in Keynotes, Diskussionen, Workshops und Masterclasses mit. Die gesamte Veranstaltung beschäftigt sich, wie der Name es schon andeutet mit dem Thema: New Work.

Ziel soll es in Zukunft sein, von der gegenwärtigen, traditionellen Vorstellung von Arbeit wegzukommen. Der Wandel von Digitalisierung setzt den Menschen wieder in den Fokus. Kreativer Input, eigene Ideen und persönliche Meinungen sollen wieder einen hohen Stellenwert im Unternehmen erhalten. Denn Arbeiten ist ein Gestaltungsakt, den man stetig anpassen sollte um als Arbeitgeber langfristig erfolgreich und attraktiv zu sein.

Falls das Thema auch für Sie ansprechend ist, sollten Sie sich nicht die kommenden New Work Sessions von XING entgehen lassen. Stattfinden werden diese, am 04.06.2019 in Bielefeld. Drei preisgekrönte New Worker berichten über ihre Innovationsprojekte und die Transformation ihrer Unternehmen.

Wir sind jedenfalls schon sehr gespannt auf das Event #NWX20, das kommendes Jahr im Sommer stattfinden wird. Am 10.06.2020 werden unter dem Hashtag #workingonsunshine, hochkarätige Speaker auf sieben Bühnen stehen und uns erneut mit spannenden Themen bereichern.

 

Fazit

Spezialisierte Veranstaltungen rund um die Themen Recruiting, Employer Branding oder Zukunftsthemen wie New Work, werden immer stärker nachgefragt. Personaler stehen jedenfalls vor einer breiten Auswahl an HR-Events. Ob klassische Formate wie Konferenzen und Netzwerk-Veranstaltungen oder eher moderne Events wie Workinare und Working out loud Sessions: Je nach Position im Unternehmen kann man hier vielleicht noch abwägen, welche Thematiken und Veranstaltungen für einen selber interessant und vor allem erfolgversprechend sind.

Wie Sie sich nun neue Impulse und Austauschmöglichkeiten einholen, ist schlichtweg Ihnen überlassen. Abschließend sagen wir dazu nur noch: Make it Work!

Einen Terminkalender mit einer Übersicht über die wichtigsten HR-Events finden Sie in Ausgabe 1/2019 des Personalmagazins sowie in der Personalmagazin-App.

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