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Relevanz von Karrierenetzwerken

Relevanz von Karrierenetzwerken

Beschäftigt man sich mit den Themen Human Resources, Personalbeschaffung oder strebt man eine persönliche berufliche Veränderung an, wird man früher oder später mit Karrierenetzwerken in Berührung kommen. Karrierenetzwerke stellen sowohl für potentielle Kandidaten als auch für Unternehmen eine geeignete Plattform dar, um sich auf Business Ebene zu vernetzen und auszutauschen. In diesem Blogbeitrag werden wir uns auf die Relevanz dieser Karrierenetzwerke beziehen und fokussieren uns dabei vor allem auf die Unternehmensperspektive.

 

Warum Karrierenetzwerke Sinn machen

Was sind eigentlich Karrierenetzwerke? Warum macht es Sinn sich auf diesen Plattformen zu platzieren?

Karrierenetzwerke gewinnen vermehrt an Beliebtheit und vor allem an großer Bedeutung. Wie der Name es schon sagt, dienen sie in erster Linie zum „Netzwerken“. Zudem weisen sie einen Charakter von sozialen Netzwerken auf, denn auch auf Businessebene ist es unerlässlich sich mit anderen Personen zu verknüpfen, mit ihnen zu interagieren und untereinander verschiedene Inhalte zu teilen. Der berufliche Bezug steht hierbei dennoch im Vordergrund. Viele Karrierenetzwerke bieten auch die Möglichkeit in Gruppen zu unterschiedlichsten Themen aktiv zu werden. Dort kann das eigene Wissen geteilt werden, man kann sich argumentativ austauschen und neue Sichtweisen zu einem Thema kennenlernen. Liken, kommentieren und teilen Sie Inhalte, um sich immer weiter zu vernetzen und mit verschiedenen Personen aus unterschiedlichen Branchen in Kontakt zu kommen.

Aus Bewerbersicht dienen sie zum einen als erweiterte Chance bei der Jobsuche. Durch Erstellung einer Art Visitenkarte, ermöglicht man es den Personalern in einer übersichtlichen Darstellung, seine bisherige berufliche Laufbahn „auf einem Blick“ zu präsentieren.  Zusätzlich kann man erwähnenswerte Qualifikationen, sowie seine beruflichen Stärken und Interessen hinzufügen, welches mit einem ansprechenden Profilbild abgerundet wird. Demzufolge ergibt sich die Möglichkeit, sich neben dem gängigen Bewerbungsprozess vorteilhaft zu positionieren.

Auch für Unternehmen bieten Karrierenetzwerke mehrere Chancen, um die vielfältigen Wertschöpfungspotenziale nutzen zu können. Ein aussagekräftiges Unternehmensprofil ist in der Erstellung und Nachbereitung einerseits zeitintensiv, kann Ihnen aber langfristig ermöglichen, sich als attraktiver Arbeitgeber in den Netzwerken zu platzieren (Employer Branding) und somit Ihre Reichweite drastisch zu erhöhen. Interessant ist dabei allerdings zu wissen, wie man seinen Auftritt als Unternehmen, attraktiv und gleichzeitig authentisch gestaltet, um unter anderem ein effizientes Active Sourcing zu ermöglichen.

 

Wie gestalte ich meinen Auftritt als Unternehmen?

Um ein erfolgreiches und interdisziplinäres Ergebnis bei der Nutzung von Karrierenetzwerken zu erzielen, sollte man sich als Unternehmer erste konkrete Fragen stellen:

Welche Ziele möchte ich mit dem Auftritt meines Unternehmens auf dieser Community-Ebene erreichen? Und vor allem, wie erreiche ich meine gesetzten Ziele? 

Employer Branding

Eine Grundvoraussetzung ist ein ansprechendes Unternehmensprofil: Stichwort Employer Branding! Auf Ihrem Unternehmensprofil haben Sie die Möglichkeit auf Ihre Produkte, Dienstleistungen, Kunden, Karrierechancen etc. einzugehen. So erhält der Besucher einen ersten Eindruck von Ihrer Organisation. Selbsterklärend sollten Sie sich als Unternehmen so attraktiv wie möglich präsentieren, um Interessenten zu Bewerbern zu machen. Dafür ist es besonders wichtig die Interessen seiner Zielgruppe zu kennen und ihnen entsprechend dieser, die für sie relevanten Informationen bereitzustellen. Geben Sie z.B. Einblicke in den Unternehmensalltag und stellen Sie Ihr Team vor. Denkbar sind auch kurze Mitarbeiterinterviews. Zeigen Sie Ihren Profilbesuchern in jedem Fall auch, wie die Unternehmenskultur gelebt wird. Hierfür bieten sich im Idealfall kurze Videos an. Wichtig bei allen eingesetzten Kommunikationsmitteln ist es, authentisch zu bleiben.

Active Sourcing

Im starken Zusammenhang zum Employer Branding , steht das Konzept der Active Sourcing Methoden. Zusammenfassend geht es beim Active Sourcing um eine effiziente Personalgewinnung, die bestenfalls als einer der positiven Resultate einer aktiven Profilierung des eigenen Unternehmens entsteht. Ausgeschriebene Stellen werden von den Bewerbern entweder über die integrierte Jobsuchfunktion oder direkt über die Unternehmensprofile erreicht.

Um Active Sourcing auf den Karrierenetzwerken so effektiv wie möglich nutzen zu können, sollte man sich mit den entsprechenden Methoden vertraut machen. Um nicht den Umfang dieses Blogbeitrags grundlegend zu sprengen, möchten wir folgend nur ausgewählte Active Sourcing Methoden hervorheben, die unserer Meinung nach die geeignetsten bzw. förderlichsten Methoden sind.

Die effektivste Active Sourcing Methode ist das sogenannte Talent Mining. Wie man aus dem Begriff ableiten kann, geht es dabei explizit um die gezielte Suche nach qualifizierten Talents.  Mit der Kombination verschiedener proaktiven Recruiting Methoden werden die Suchfunktionen im weiten Sinne der Netzwerke angepasst und gesteuert. Dabei ist es grundlegend sinnvoll seine Suchbegriffe so effektiv wie möglich auszuwählen, um den Output an Talent Kontakten einzugrenzen. Dementsprechend gelangt man so zügiger zum eigentlichen Ziel des Active Sourcings: Eine nachhaltige Personalbeschaffung!

Talent Mining ist auf den Karrierenetzwerken insoweit sinnvoll, da diese es zulassen, mit entsprechend ausgewählten Keywords, eine hohe Präzision im Finden und Identifzieren von Talents zu ermöglichen. Das heißt, sucht man zum Beispiel spezifisch nach einem „HR Assistant“, gibt man im Suchfenster den entsprechenden Begriff ein. Fündig wird man dabei allemal. Wichtig ist dabei nur, seine eigenen Erwartungen an den potentiellen Bewerber zu kennen. Das erweiterte Suchfenster ermöglicht es, weitere Filterfunktionen einzusetzen, um dementsprechend auch die Reichweite zu erhöhen.

Die wohl geeignetste Kombination zu dem sogenannten Talent Mining, ist wohl das Talent Networking. Wie bereits erwähnt, strebt das Talent Mining als grundlegendes Ziel an, den Research von potentiellen Bewerbern voranzutreiben. Weiterführend dient das Talent Networking dazu, ein systematisches Netzwerk aufzubauen, welches besonders bei kurzfristigem Personalbedarf aktiv genutzt werden kann, um ein zeitintensives Talent Research zu verringern. 

Abschließend ist es hilfreich zu wissen, dass für wirklich effizientes Active Sourcing, ausreichend Übung und eine strategische Vorgehensweise erforderlich ist. Je systematischer Sie vorgehen, umso qualitativer sind die Suchergebnisse. Resultierend daraus natürlich auch die Kandidatenauswahl. Sogenannte „Profi-Active-Sourcer“ versuchen mit einer selektiven Kombination aus verschiedenen Active Sourcing Methoden, einen eigenen Workflow herzustellen, der es ihnen ermöglicht auf unterschiedlichen Portalen, die jeweils passenden Funktionen hervorzurufen.

Kundenakquise

Ähnlich wie beim Talent Mining, können Sie die Karrierenetzwerke nutzen, um Kunden zu akquirieren. Vorweg sollten Sie aber beachten, die Qualität der Akquisition in den Vordergrund zu stellen und nicht die Menge an Kontakten. Die gängigen Karrierenetzwerke, erlauben es Ihnen als Unternehmen, entsprechende Filterfunktionen zu nutzen, um  das Suchfenster Ihrer entsprechenden Kundenanforderungen anzupassen. Demnach können Sie beispielsweise branchenspezifisch oder ortsbedingt Ihre Suche ausrichten. Vor allem die branchenspezifische Akquisition ermöglicht es Ihnen, die Suche nach neuen Kunden, an Ihr Dienstleistung- oder Produktsortiment anzupassen und somit auch eine Effizienz und Genauigkeit zu erzeugen.

 

Reichweitensteigerung & Messbarkeit der Aktivitäten

Entscheidend ist auch für Unternehmen, regelmäßig Zeit in die Pflege und den Ausbau des Unternehmensprofils zu stecken: Indem Sie aktiv am Geschehen im Karriereportal teilnehmen, z.B. durch Kommentieren, teilen und liken von Beiträgen, diskutieren in Gruppen und posten eigener Beiträge, erhöhen Sie gleichermaßen Ihre Reichweite im Netzwerk. Somit werden mehr Personen auf Ihr Unternehmensprofil aufmerksam, da Sie eine aktive und regelmäßige Präsenz zeigen.

Für Unternehmensprofile ergibt sich in den meisten Karrierenetzwerken eine weitere Chance (manchmal sind diese mit erweiterten Kosten verbunden): Sie können die Aktivitäten auf der Unternehmensseite tracken und analysieren. Der Vorteil zeigt sich darin, dass all Ihre Maßnahmen messbar werden. Performance-Rückgänge können so schnell identifiziert werden. Finden Sie heraus, warum ein Beitrag gut bei der Community ankam oder eben nicht und leiten Sie entsprechende Maßnahmen ein, um die Performance weiter oder wieder zu verbessern. Ebenfalls ist es möglich, seine Community besser kennen zulernen, da ersichtlich ist, wer Ihrem Unternehmen folgt bzw. wer generell aktiv auf Ihrer Seite tätig wird.

Zwei Platzhirsche

Die zwei wohl bekanntesten Karrierenetzwerke sind XING und LinkedIn. Unterscheiden tun sie sich in verschiedenen Hinsichten:

XING zählt derzeit 15 Mio. aktive Mitglieder und beschränkt sich auf den deutschsprachigen Raum (DACH Region = Deutschland, Österreich und Schweiz) und ist in diesem führend.

Auf der anderen Seite ist LinkedIn zu nennen. Dieses Portal ist international ausgerichtet und bietet im Vergleich zu XING mehr Funktionen und Möglichkeiten. Mit  610 Mio. Mitgliedern ist es wesentlich größer als sein deutscher Konkurrent. LinkedIn eignet sich dabei besonders für Experten und vorrangig Führungskräfte, da diese dort vermehrt vertreten sind.

Welches Netzwerk also besser zu einem passt, ergibt sich aus den eigenen Zielen und Erwartungen an das Portal. Möchte man eher deutschsprachige Kontakte und Jobangebote innerhalb Deutschland, sollte man sich auf XING fokussieren. Legt man eher Wert auf einen internationalen Austausch bzw. eine internationale Laufbahn und umfangreiche Funktionen, wird LinkedIn empfohlen. Es spricht allerdings auch nichts dagegen, sich in beiden Karrierenetzwerken zu registrieren. Im Gegenteil, so hat man die Chance mit vielen Personen in Kontakt zu treten bzw. von mehr Leuten gefunden zu werden.

Fazit

Karrierenetzwerke bieten für potentielle Kandidaten und Unternehmen eine interessante Plattform, um sich auf Businessebene zu vernetzen und auszutauschen. Aus Unternehmensperspektive können Sie diese Netzwerke zielführend nutzen, um Ihre Employer Branding Maßnahmen und Active Sourcing Prozesse zu verbessern, aber auch um eine systematische Kundenakquise durchzuführen. Welches Karrierenetzwerk Sie letztendlich für Ihren Unternehmenserfolg nutzen möchten, liegt an Ihren Anforderungen und Ihren gesetzten Zielen.

Mit Xing, LinkedIn, BranchOut und Co., steht Ihnen eine ausreichende Auswahl an Karriere-Plattformen zur Verfügung. Insgesamt lässt sich also sagen, dass Sie durch die Nutzung von Karrierenetzwerken vielfältige und zielführende Wertschöpfungspotentiale für Ihr Unternehmen hinzugewinnen können.