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Job und Privatleben im Einklang – Funktioniert das überhaupt?

Die Wortkombination Work-Life-Balance ist mittlerweile vielen Menschen ein Begriff. Bereits seit den 1990’er Jahren wird dieser international diskutiert.

Die Begriffsbildung stammt aus dem Englischen und beinhaltet folgende drei Schlagwörter: Arbeit, Leben, Gleichgewicht. Das Deutsche Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat diesen Begriff, bei einer Analyse der volkswirtschaftlichen Effekte, wie folgt definiert:

„Work-Life-Balance bedeutet eine neue, intelligente Verzahnung von Arbeits- und Privatleben vor dem Hintergrund einer veränderten und sich dynamisch verändernden Arbeits- und Lebenswelt.“

Was in der Theorie ziemlich gut klingt, erweist sich in der Praxis häufig als sehr kompliziert. 73 % der Arbeitnehmer gaben an, dass Stress am Arbeitsplatz aus Schwierigkeiten bei der Vereinbarung von Erwerbstätigkeit und Privatleben resultiert. In Zeiten ständiger Erreichbarkeit durch Homeoffice und Smartphones, sind die Grenzen der einst getrennten Lebensbereiche Erwerbstätigkeit und Privatleben zusehends umstritten. Stress macht unzufrieden, mindert die Motivation und zugleich auch die Produktivität.

Selbsterklärend üben sich beide Faktoren negativ auf das eigene Wohlbefinden und die Arbeit aus. Daher ist es für Arbeitgeber enorm wichtig, seinen Mitarbeitern eine ausgewogene Work-Life-Balance zu ermöglichen.

 

Karriere: Ein Muss. Gesundheit: Unbedingt. Kinder: Mal schauen.

Der Stellenwert der Familie, bleibt ungebrochen hoch. Laut der Stiftung für Zukunftsfragen aus dem Jahr 2014, empfanden 88 Prozent der Deutschen, die Familie als das Wichtigste im Leben. Das klingt erst einmal sehr positiv. Doch die schlechte Nachricht ist, dass im Vergleich dazu zwei von drei Deutschen angaben, dass ihnen die Karriere wichtiger ist als Kinder zu bekommen.

Deshalb ist es nicht besonders verwunderlich, dass die Fertilitätsrate in Deutschland mit 1,36 Kindern pro Frau im Vergleich zu anderen Ländern, weiterhin sehr niedrig ist. 54 Prozent der Paare ohne Kinder sind der Meinung, dass sich die Karriere schlecht mit einer Familie vereinbaren lässt. Viele erwerbstätige Frauen gehen davon aus, dass Kinderkriegen das Aus für ihre Karriere bedeutet. Insgeheim ist jedoch der Kinderwunsch der erwerbstätigen Frauen vermehrt groß,  gleichzeitig sehnen sie sich aber auch nach finanzieller Unabhängigkeit von Ihrem Partner.

Die Unternehmen hingegen stellen sich jedoch häufig immer noch quer. Die Frage nach der Familienplanung ist in Bewerbungsgesprächen nicht erlaubt – und wird trotzdem ständig gestellt. Dabei ist es garnicht so schwer, sich als Führungskraft für eine ausgewogene Work-Life-Balance bei seinen Mitarbeitern zu sorgen. Welche profitablen Maßnahmen wir Ihrem im Unternehmen empfehlen, lesen Sie im weiteren Artikel.

 

Job-Life-Fit: Alles muss zusammenpassen

Wie die Stepstone Trendstudie 2016 zeigt, haben die Karrierepläne der Deutschen auch im Laufe der letzten Jahre noch einen hohen Stellenwert. Mit Blick auf die nächsten Jahre, ist für 87 Prozent der Befragten jedoch Gesundheit und persönliche Entwicklung mittlerweile das Wichtigste. Ein ausgewogenes Zusammenspiel von Familie, Partnerschaft, Beruf und Karriere sind 81 Prozent der Fach- und Führungskräfte in gleichem Maße entscheidend für ein glückliches Leben.

Müssten Fachkräfte wählen zwischen einem sehr interessanten, gut bezahlten Job gleichzeitig aber für Kollegen, mit denen sie sich menschlich nicht verstehen, und einem uninteressanten Job in einem freundschaftlich verbundenem Team, dann entscheiden sich satte 71 Prozent für das harmonische Team.

Dabei können Männer ein schlechtes Arbeitsklima eher tolerieren, sofern die Aufgaben interessant genug sind. Für Frauen spielt das kollegiale Verhältnis eine noch zentralere Rolle. Besonders junge Berufsanfänger, ist eine gute Arbeitsatmosphäre von hoher Bedeutung. Unter den sogenannten Soft Skills zählt diese für sie sogar zu dem wichtigsten Faktor bei der Arbeitgeberwahl.

Es scheint also fast so, als wollten die heutigen Erwerbstätigen „alles“ haben – Karriere, Gesundheit, Familie. Arbeitgeber sollten diese Erwartungshaltung nicht ungeachtet lassen und Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, unterschiedliche Lebensbereiche gleichberechtigt nebeneinander entfalten zu können. Idealerweise beeinflusst der Job die anderen Lebensbereiche sogar positiv. Ein zufriedener Mitarbeiter ist weniger anfällig für Stress und umgeht Krankheiten wie Depressionen oder Burn-out.

 

Work-Life-Integration

Nicht selten steht die Work-Life-Balance auch in der Kritik. Grund dafür ist der Faktor, dass das Arbeits- und Privatleben häufig nicht mehr von einer getrennt werden. Daher passt das Wort Integration wohl eher in den Kontext, als Balance.

Work-Life-Integration geht nicht von zwei getrennten Bereichen aus, sondern sieht es vor, beide miteinander zu verbinden, beziehungsweise eine integrative Verbindung herzustellen. Fakt ist nämlich, das die Grenzen von Arbeit und Privatleben mehr und mehr zu einer Einheit verschmelzen. Treibende Kraft bei dem Strukturwandel der deutschen Arbeitsgesellschaft sind:

  • Der technologische und demographische Wandel
  • Der wirtschaftliche Strukturwandel
  • Globalisierung
  • Neue Technologien und Kommunikationswege

Wie soll man sich auch entspannen und seine Freizeit genießen, wenn man in Zeiten der „permanenten Erreichbarkeit“ mit Kollegen und Geschäftspartnern im ständigen Austausch ist. Neue Kommunikations- und Informationswege setzen sich über räumliche und zeitliche Grenzen hinweg.

Über die Cloud bequem von zu Hause arbeiten, vor dem Schlafen gehen noch ein paar E-Mails checken oder seinen Geschäftspartner via Smartphone anfragen, ob er schon das morgige Meeting vorbereitet hat. Heutzutage alles kein Problem mehr. Aber nicht unbedingt förderlich. Der Arbeitsstress bleibt. Abschalten und den Feierabend genießen, ist daher unmöglich. Immer mehr und immer weniger Zeit.

Gefordert wird: Zeitliche Flexibiltät, räumliche Mobilität und ständige Anpassungsbereitschaft. Stress und Überarbeitung häufen sich und die Gesundheit wird dabei stark beeinträchtigt. Dauerhafte Belastungen tragen einen hohen Preis.

 

Negative Folgen von Dauerstress

Stress hat jeder mal. Gefährlich wird es nur dann, wenn die Situation zur Dauerbelastung wird und der Körper die ausgeschütteten Stresshormone nicht wieder abbauen kann. Der Körper befindet sich dann in einem chronischen Anspannungs- und Aktivierungszustand, der für die Gesundheit gefährlich werden kann.

Laut Statista sind psychische Erkrankungen wie Depressionen und Burnout derzeit die zweitwichtigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit in Deutschland.

Die Symptome äußern sich vielfältig. Zu den häufigsten körperlichen Anzeichen für Stress gehören unter anderem, Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen, Schlafstörungen, chronische Müdigkeit und Erschöpfung. Bei vielen Menschen treten sogar Hautirritationen oder Muskelzucken auf, sobald sie in Belastungssituationen kommen. Die bei Stress ausgeschütteten Hormone werden dann gefährlich, wenn Sie zu häufig ausgeschüttet werden. Stresshormone wie Kortisol schwächen die Immunabwehr und Stresssymptome wie Erschöpfung und Depressionen treten auf.

Der Folgeprozess geht darin über, dass Depressionen zu einer absoluten körperlichen, emotionalen und geistigen Erschöpfung führen können. Auch bekannt als Burnout! 

Eine Umfrage der pronova BKK aus dem Jahr 2018 ergab, dass jeder zweite Bundesbürger sich von Burnout bedroht fühlt. Sechs von zehn der Befragten, klagten zumindest über gelegentliche Symptome. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass weltweit schätzungsweise über 300 Millionen Menschen mit einer Depression leben. Expertenmeinungen gehen sogar davon aus, dass Burnout im Jahr 2020 die zweithäufigste Volkskrankheit sein wird.

Erschreckende Ergebnisse! Finden Sie nicht auch? Unserer Meinung nach wird es Zeit, den Begriff Work-Life-Balance nicht nur theoretisch anzuwenden, sondern auch praktisch umzusetzen.

 

Profitable Maßnahmen für Ihr Unternehmen

Befinden sich Ihre Mitarbeiter/innen in einer unausgewogenen Lebenssituation, überträgt sich dies auch auf die erbrachte Leistung während der Arbeit. Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wirkt sich ein Dauerzustand von schlechten Arbeitsergebnissen negativ auf die Zusammenarbeit aus. Hier gilt es präventiv zu handeln!

  • Selbstmanagement: Bieten Sie Ihren Mitarbeitern Kurse und Coachings an, die Ihnen helfen, den Zeit- und Nutzenfaktoren zu optimieren. Organisation und Planung bieten zumindest schonmal eine gute erste Plattform um Stresssituationen und Zeitdruck zu vermeiden.
  • Betriebssport: Körperliche Aktivitäten sind für viele Menschen, ein Ausgleich den sie nicht missen wollen. Ob Fitness, Ausdauertraining oder entspannter Sport wie Yoga. Sport tut jedem Menschen gut und baut unter anderem Stresshormone ab. Viel zu wenige Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Sport im Betrieb an. Dabei würde es sogar bei der Arbeit helfen. Denn Betriebssport hält nicht nur fit, sondern fördert auch den sozialen Kontakt im Team.
  • Veränderungen im Arbeitsalltag: Bieten Sie Ihren Mitarbeitern verschiedene Benefits an. Kleinigkeiten, wie die Versorgung von Obst und kostenlosen Getränken oder gar ein gemeinsamer Lunch, versorgt Ihre Mitarbeitern nicht nur, sondern bietet auch eine gute Plattform um abzuschalten und sich über andere Themen als die Arbeit auszutauschen.
  • Teamevents: Von actionbasierten Aktivitäten wie Kletterparks oder spielerischen Abenden mit Bowling oder Lasertag. Teamevents stehen im starken Kontext zu Teambuilding. Das Miteinander darf zwischen dem Arbeitsalltag nicht zu kurz kommen. Spaß untereinander, fördert die Mitarbeitermotivation und den Gruppenzusammenhalt. Gönnen Sie sich und Ihren Mitarbeitern eine kurze, gemeinsame Auszeit vom Arbeitsalltag.

 

Fazit

Dauerbelastungen, Stress und erhöhter Druck führen bei einem dauerhaftem Zustand zu körperlichen Einschränkungen und gesundheitlichen Problemen, wie Depressionen und Burnout.

Vermehrt ist vielen Menschen Ihre Gesundheit, die persönliche Entwicklung die Familienplanung  jedoch wieder wichtiger geworden und steht sogar über der Karriere. Der berufliche Erfolg soll dabei aber auch nicht auf der Strecke bleiben. Das Arbeits- und Privatleben in ein ausgewogenes Gleichgewicht zu bringen, ist praktisch schwer umsetzbar, aber möglich.

Nutzen Sie unsere Tipps, um Ihren Mitarbeitern das Konzept des Work-Life-Balance zu ermöglichen und versuchen Sie moderne Methoden um Stressmanagement umzusetzen. Diese wirken sich nachhaltig auf die Personalgewinnung, Mitarbeitermotivation und auch die Mitarbeiterbindung aus. Denken Sie immer daran, dass wir mehr Zeit auf der Arbeit verbringen, als zu Hause.

Bleiben Sie sich also dem Gedanken treu: Feel good at work!